"...ich möchte Sie, so gut ich kann bitten, ..., Geduld zu haben gegen alles ungelöste in Ihrem Herzen und zu versuchen, die Fragen selbst liebzuhaben
wie verschlossene Stuben und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind. Forschen Sie jetzt nicht nach Antworten, die Ihnen nicht gegeben werden können, weil sie sie nicht leben könnten. Leben Sie jetzt die Fragen.“
(Rilke: Briefe an einen jungen Dichter. Insel-Bücherei Nr. 406)
Wer nach dem Fehler fragt, übersieht das was fehlt!
Das Labyrinth, ein antikes Symbol des Lebens, ist kein Irrgarten. Wer dem Weg, der Richtung, der Spur folgt, kommt mit Sicherheit ans Ziel. Verirren können sich nur jene, die irritiert von den vielen Wendungen innehalten, unsicher werden, umkehren und schließlich nicht mehr wissen: Woher bin ich gekommen? Wie war der Weg?
Wer die Richtung hält, kommt ans Ziel!„...nicht rechnen und zählen; reifen wie der Baum, der seine Säfte nicht drängt und
getrost in den Stürmen des Frühlings steht ohne die Angst, dass dahinter kein Sommer kommen könnte. Er kommt doch. Aber er kommt nur zu den Geduldigen, die da sind,
als ob die Ewigkeit vor Ihnen läge, so sorglos still und weit.“
(Rilke: Briefe an einen jungen Dichter. Insel-Bücherei Nr. 406)